1.d4
Sf6
2.c4
d6
3.Sc3
g6
4.e4
Lg7
5.Le2
0-0
6.Sf3
e5
7.0-0
Sc6
8.d5
Se7
9.b4
a5
10.bxa5
Txa5
11.a4
Nicht das Stärkste laut Theorie, aber die weiße Stellung dürfte gerade noch haltbar sein.
11...Sh5
12.La3?!
Zweifelhaft. In etwa hier dürfte die Phase einsetzen, die meinen Gegner nach der Partie zu der Feststellung veranlasste, ich hätte die ganze Partie über auf Verlust gestanden.
12...Sf4
13.Lb4
Ta6
14.c5
Sxe2+
15.Dxe2
f5
16.Sg5
fxe4
[16...h6
17.cxd6
cxd6
18.Se6
Lxe6
19.dxe6=
]
17.Dxe4?
h6?
[Stärker ist 17...Tf4
18.Db1
dxc5
19.Lxc5
Sxd5-/+
Ganz offensichtlich wurde der Nachziehende durch das erbärmlich schlechte Spiel des Weißen zu dieser Ungenauigkeit provoziert. ]
18.cxd6
Danach wäre die Stellung objektiv wieder als etwa ausgeglichen zu beurteilen, aber natürlich besteht, wenn der große Kabisch gegen einen Patzer spielt, zu Objektivität keinerlei Anlass.
18...cxd6
19.Se6
Lxe6
20.dxe6
Tb6
21.Sd5?
[21.La5+-
Tf4
22.Lxb6
Dxb6
23.Sd5+-
hatte der klägliche Führer der weißen Steine sogar gesehen, allein nahm er in seiner gottlosen Verblendung an, die Textfortsetzung sei noch stärker. Weit gefehlt. ]
21...Sxd5
22.Dxd5
De7
23.La5?
Tc6
24.Lb4
[Orientierungslos, aber dem Weißen war zuvor entgangen, dass 24.Tab1
wegen 24...Tc5=/+
nichts fruchtet. ]
24...Te8
25.Tfc1?!
Erneut ein schwächlicher Zug. Weiß bricht unter dem Druck des gewaltigen Gegners zusammen.
25...e4
[Mit großer taktischer Meisterschaft vorgetragen. Einfacher und besser ist jedoch 25...Dxe6
]
26.Tab1
Dxe6
27.Dxe6+
Txe6
28.Txc6
bxc6
29.a5
c5
30.a6
Nur ein alberner Zufall und Stellungsglück lassen es zu, dass die überlegene Zentrumsstrategie des Nachziehenden durch den lächerlichen weißen Freibauern überhaupt belästigt werden kann. Nach Lage der Dinge steht allerdings Weiß, ohne irgendetwas zur Partie beigetragen zu haben, nun plötzlich objektiv auf Gewinn, was die Anmerkung im 12. Zug aber nur scheinbar relativiert: Zum Thema Objektivität wurde das Nötige bereits gesagt, deshalb hat sich im höheren Sinne an der Gewinnstellung des Schwarzen nichts geändert.
30...Te7[]
31.Ld2?!
Ein naheliegender, aber wie nicht anders zu erwarten erneut schwächlicher Zug. Richtig war [31.Lc3!!
Lf8
(31...Lxc3
32.Tb8+
Kf7
33.Tb7+-
) 32.Lg7!!+-
Es lohnt sich, diese fantastische Zugfolge mit dem Computer zu überprüfen. Gewiss hatte der Nachziehende all dies bei seinem 29. Zug vorausberechnet, allerdings auch völlig zu Recht kalkuliert, seinem minderwertigen Gegner würde diese kleine Feinheit entgehen. Objektiv bliebe Schwarz nun nichts Besseres als 32...Ta7
33.Lxf8
Txa6
34.Lxh6
. Dem anfängerhaften Weißen wäre damit eine Mehrfigur in den Schoß gefallen, allein würden es die verbundenen Freibauern zum einen und der eklatante Spielstärkeunterschied zwischen beiden Kontrahenten zum anderen nach wie vor rechtfertigen, von einer aus praktischer Sicht und im Sinne der Gerechtigkeit im Schach gewonnenen Stellung für Schwarz zu sprechen. ]
31...d5
32.Tb7?!
[32.Tb8+
Kh7
(32...Kf7
33.Lf4
e3
34.fxe3
c4
35.Ld6
Txe3
36.Tb7+
) ]
32...Txb7
33.axb7
Le5
34.Lxh6
In blindem Materialismus vergreift sich der Weiße am unwichtigsten Bäuerlein auf dem Brett. Pures Glück, dass es auch der beste Zug ist.
34...c4
35.f3?!
[Der endspieltechnisch unfähige Weiße verzichtet auf 35.g3
Lb8
36.Lf4
La7
37.b8D+
Lxb8
38.Lxb8
c3
39.Kf1
c2
40.Lf4
d4
41.Lc1
Kf7
42.Ke2
Ke6
43.Kd2
d3
44.Ke3
. Wird doch noch die Gerechtigkeit siegen?]
35...c3
[35...exf3
war möglich, würde dem Weißen aber Remischancen lassen und war deshalb zu verwerfen. ]
36.fxe4
d4
Der Triumphmarsch der verbundenen Freibauern steht kurz vor der Vollendung.
37.Kf2
d3
38.Ke3
d2
39.Ke2+-
Lxh2
40.Le3
Kf7
[40...Lb8
41.Ld4+-
(41.g3??
Lxg3
42.La7
Kf7
43.b8D
Lxb8
44.Lxb8
Kf6=
) ]
41.La7
Kf6
42.Ld4+
[42.e5+
Lxe5
43.Ld4
wäre etwas angeberisch. ]
42...Kg5
43.Lxc3??
[43.e5!
bot sich hier allerdings an, aber der Weiße sieht nichts außer dem zu schlagenden Material. Leider steht er danach immer noch auf Gewinn. ]
43...Lb8
44.Lxd2+
Kg4
45.Kd3
Kg3
46.Kd4
Kxg2
47.Kd5
Kf3
48.Lb4
g5
49.Ld6
La7
50.b8D
Lxb8
51.Lxb8
Kg4
52.e5
Kf5
53.e6
Kf6
54.Kd6
Und nach einigen weiteren Zügen musste sich der Schwarze, der unbestrittene Held dieser Partie, der grobschlächtigen materiellen Übermacht des Weißen geschlagen geben. Es dürfte somit zweifelsfrei bewiesen sein, dass Herrn Kabischs Feststellung unmittelbar nach der Partie, Weiß habe "die ganze Zeit auf Verlust" gestanden, nur aufrichtig zuzustimmen ist. Das Ergebnis der Partie bleibt daher eine betrübliche, aber letztlich belanglose Randerscheinung in einer leider nicht immer gerechten Welt.
54...g4
55.e7
Kf7
56.Kd7
Kg6
57.e8D+
Kg7
58.Le5+
Kh6
59.Dh8+
Kg6
60.Ke6
Kg5
61.Dg8+
Kh6
62.Kf5
Kh5
63.Dg5#
1-0